Lernende verbinden Gastronomiekompetenz mit sozialem Engagement und nachhaltigem Handeln.
Beteiligte:
Lehrpersonal
Gesamte Schulgemeinschaft
Schulverwaltung
Quartier / Nachbarschaft
Beschreibung der Aktivität
Das gemeinsame Zubereiten und Teilen von Mahlzeiten mit obdachlosen Menschen ist eine gute Möglichkeit, die berufliche Bildung mit sozialem Engagement verbindet. Im Rahmen ihres Ausbildung planen, kochen und verteilen Lernende aus gastronomischen Ausbildungsgängen die Mahlzeiten. Durch diesen praxisnahen Ansatz entwickeln sie wichtige fachliche Kompetenzen und erkennen die gesellschaftliche Bedeutung ihres Berufs bei der Bewältigung realer Herausforderungen wie Hunger, Armut und Ausgrenzung.
Wenn Berufsschulen Nachhaltigkeitsprinzipien in ihren Unterricht integrieren, beispielsweise durch die Verwendung lokaler und saisonaler Produkte oder die Verwertung von Lebensmitteln, die sonst weggeworfen würden, werden sie zu Vorbildern für verantwortungsbewussten Konsum. Die Schüler:innen lernen, wie man Lebensmittel effizient zubereitet und Ressourcen effizient verwaltet, Lebensmittelabfälle reduziert und die Umweltbelastung minimiert. Diese Erfahrungen festigen wichtige Nachhaltigkeitswerte im täglichen Entscheidungsprozess und im beruflichen Verhalten.
Die Maßnahme hat aber eben auch eine soziale Dimension. Durch die Interaktion mit marginalisierten Gruppen werden sich die Lernenden der Ungleichheit bewusster und stärken ihr Empathievermögen. Gleichzeitig tragen sie im kleinen aktiv zu einer integrativeren und solidarischeren Gesellschaft bei. Die Schule stärkt ihre Verbindungen zu ihrer Umgebung, und die Auszubildenden verlassen die Schule nicht nur mit praktischen Fähigkeiten, sondern auch mit einem tieferen Verständnis dafür, wie sie mit ihrer zukünftigen Arbeit positive Veränderungen bewirken können.
IEK DELTA 360, Griechenland, und seine Gastroauszubildenden beteiligten sich sowohl an der Zubereitung als auch an der Verpackung von Mahlzeiten auf kreative und zugleich nachhaltige Weise. Anschließend wurden die Mahlzeiten an obdachlose Menschen ausgegeben, wodurch die Bedeutung der Versorgung und des Zugangs für alle, insbesondere für Bedürftige und vulnerable Gruppen, hervorgehoben wurde.
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Die Bereitstellung von Mahlzeiten geht direkt auf Ernährungsunsicherheit bei gefährdeten Bevölkerungsgruppen ein und hilft, ihre unmittelbaren Bedürfnisse zu decken. Studien zeigen, dass solche Programme zu einem besseren Zugang zu Nahrungsmitteln und zu verbesserten Gesundheitl beitragen.
Die Verwendung von überschüssigen oder nicht servierten Lebensmitteln aus Küchen verhindert, dass essbare Lebensmittel zu Müll werden. Initiativen zur Lebensmittelrettung gelten als wirksame Methoden zur Reduzierung von Abfall und zur Senkung der Treibhausgasemissionen.
Die Weitergabe überschüssiger Lebensmittel reduziert die Methanemissionen aus Mülldeponien. Lebensmittelabfälle machen 8–10 % der weltweiten Treibhausgase aus, daher ist diese Maßnahme aus ökologischer Sicht von großer Bedeutung.
Die Zubereitung und Verteilung von Mahlzeiten bietet wertvolle Erfahrungen in den Bereichen Kochen, Ernährung, Logistik sowie Gesundheit und Sicherheit vermittelt wertvolle Erfahrungen und Kompetenzen und stärkt damit auch die Beschäftigungsfähigkeit.
Der Umgang mit Obdachlosen oder Menschen, die unter Ernährungsunsicherheit leiden, fördert Empathie und zeigt gesellschaftliches Engagement im Rahmen der beruflichen Bildung.
Tipps für die Umsetzung
Arbeiten Sie mit Notunterkünften, Suppenküchen und NGOs zusammen, die Obdachlose unterstützen, um eine sichere und respektvolle Verteilung von Lebensmitteln zu organisieren.
Nehmen Sie die Maßnahme in das offizielle Ausbildungsprogramm für Gastronomie oder Hotellerie auf, damit die Auszubildenden durch die Teilnahme Leistungspunkte erwerben können.
Reduzieren Sie Kosten und Umweltbelastung, indem Sie Rest-, Überschuss- oder saisonale Lebensmittel aus Schulküchen oder von lokalen Erzeugern beziehen.
Bieten Sie entsprechende Schulungen zu Lebensmittelsicherheit, Verpackung und Transport an, um sicherzustellen, dass Mahlzeiten gewissenhaft zubereitet und verteilt werden.
Ermutigen Sie die Lernenden, das Essen zu planen, es zuzubereiten, zu verpacken und bei der Verteilung zu helfen (sofern angebracht) , um Eigenverantwortung, Empathie und berufliche Kompetenz zu fördern.