Entsiegelung von Flächen für klimaresiliente Schulgelände
Durch die Entsiegelung von Schulflächen und ihre Umgestaltung in grüne, wasserdurchlässige Bereiche können Schulen aktiv zu Klimaanpassung beitragen und gleichzeitig praxisnahes Lernen im Bereich Nachhaltigkeit fördern.
Beteiligte:
Schulleitung
Gebäudemanagement
Externe Partner:innen
Beschreibung der Aktivität
Mit dem fortschreitenden Klimawandel bekommen Städte und Bildungseinrichtungen immer häufiger Probleme mit Starkregen, Überflutungen und Hitze. Ein großer Mitverursacher sind versiegelte Flächen wie Asphalt oder Beton: Wasser kann nicht versickern, die Oberflächen heizen sich stark auf und die Kanalisation wird zusätzlich belastet. Wenn solche Flächen entsiegelt und durch Grünflächen oder wasserdurchlässige Materialien ersetzt werden, können Schulen ganz konkret etwas dagegen tun.
Gerade für berufsbildende Schulen bringt das viele Vorteile. Ungenutzte Wege, Parkplätze oder Innenhöfe lassen sich in grüne Bereiche verwandeln, die Regenwasser aufnehmen, die Artenvielfalt fördern und Überschwemmungen vorbeugen. Gleichzeitig sorgen Pflanzen für Schatten und Kühlung und helfen so, die Hitze auf dem Schulgelände zu reduzieren. Besonders wertvoll ist dabei, dass Lernende aktiv eingebunden werden – von der Planung über die Umsetzung bis hin zur Beobachtung der Ergebnisse. So entstehen praxisnahe Lernerfahrungen rund um nachhaltiges Bauen, Garten- und Landschaftsgestaltung sowie Umwelt- und Klimaschutz.
Die Entsiegelung passt ideal zu einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz der Schule. Infrastruktur, Unterricht und Zusammenarbeit mit der lokalen Gemeinschaft greifen ineinander und machen Klimaanpassung greifbar. Das Schulgelände wird zum Lernort und Experimentierraum - und die Lernenden zu aktiven Mitgestaltenden einer klimaresilienten Zukunft.
Der Campus der klimaresilienten Schule in Roskilde wurde umgestaltet, um Regenwasser besser zu managen: Dachablauf teilweise abgekoppelt, versiegelte Flächen durch durchlässige Pflasterungen ersetzt, Regenbeete, Gräben und interaktive Wasserspiele eingerichtet.
https://stateofgreen.com/en/solutions/the-climate-resilient-school-roskilde-denmark/
Grundschule Nr. 195 in Warschau, Polen: Im Rahmen des Projekts „Klimafreundliche Schule“ wurden verschiedene naturbasierte Lösungen umgesetzt, darunter die Entsiegelung und Nutzung durchlässiger Flächen sowie Regenbeete, Gründächer und -wände. Außerdem wurden Schüler:innen und Lehrkräfte in Planung und Gestaltung einbezogen, wodurch das Projekt sowohl der Klimaanpassung als auch der Bildung dient.
https://eeagrants.org/archive/2014-2021/projects/PL-CLIMATE-0038"
Klimaresilienz: entsiegelte Flächen reduzieren Hochwasserrisiko und verbessern Anpassung an Extremwetter
Reduzierung von städtischer Hitze: Der Ersatz versiegelter Flächen durch Vegetation oder durchlässige Materialien senkt die Oberflächentemperaturen und schafft kühlere Außenbereiche.
Nachhaltiges Wassermanagement: Verbesserte Regenwasserversickerung entlastet die Entwässerungssysteme und unterstützt natürliche Wasserkreisläufe.
Förderung der Biodiversität: Neue Grünflächen bieten Lebensräume für lokale Arten und erhöhen die Artenvielfalt auf dem Schulgelände.
Praktische Bildung für Nachhaltigkeit: Lernende sammeln praxisnahe Erfahrungen zur Klimaanpassung in realen Lernumgebungen.
Tipps für die Umsetzung
Klein anfangen: Startet mit wenig genutzten oder veralteten Flächen wie alten Wegen oder Ecken im Schulhof. So lässt sich das Konzept erst einmal gut ausprobieren.
Durchlässige Alternativen wählen: Nutzt Materialien wie Kies, Mulch, Rasengittersteine oder bepflanzte Beete – sie lassen Wasser versickern, sind pflegeleicht und vielseitig einsetzbar.
Lernende aktiv einbinden: Bezieht besonders Lernende aus berufsbildenden Bildungsgängen in Planung, Bau und Pflege ein. Das schafft echte Lerngelegenheiten und stärkt das Verantwortungsgefühl.
Mit anderen grünen Elementen verbinden: Kombiniert entsiegelte Flächen mit Regenbeeten, heimischen Pflanzen oder schattigen Sitzbereichen, um den ökologischen und pädagogischen Nutzen zu erhöhen.