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Fünf Auszubildende aus dem Baugewerbe, stehen in Warnkleidung und Helmen vor einem zweistöckigen gelben Holzhaus.
Bild von Omnia (Omnia communication services), building site

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Reduzierung von Überproduktion in Schulen: Fokus auf bedarfsorientierte Produktion

Bedarfsorientierte Produktion reduziert Abfall und stärkt die Relevanz beruflicher Kompetenzen.

Beteiligte:

  • Schulleitung und Lehrkräfte
  • Lernende
  • Menschen und Organisationen aus dem lokalen Umfeld der Schule

Beschreibung der Aktivität

In vielen Bereichen der Berufsbildung arbeiten Lernende häufig an hypothetischen Projekten, für simulierte Kund:innen oder sich wiederholende Übungsaufträge. Solche Übungen sind in den frühen Ausbildungsphasen nützlich, um grundlegende Fähigkeiten zu entwickeln. Mit der Zeit können sie aber dazu führen, dass die Lernenden den Bezug zu den realen Herausforderungen des Berufsalltags verlieren. Diese konstruierten Aufgaben, so gut gemeint sie auch sind, spiegeln oft nicht die dynamischen, kundenorientierten Anforderungen des Arbeitsmarktes wider und bereiten die Lernenden nicht optimal auf die praktischen Komplexitäten ihrer späteren Berufe vor.

Der Trend geht deshalb hin zu kundenorientierten, nachfragebasierten Lernformaten, die praxisnahes Lernen mit gesellschaftlicher Relevanz verbinden. Hier produzieren Lernende Waren oder Dienstleistungen direkt auf tatsächliche Bedürfnisse – sei es von lokalen Unternehmen, gemeinnützigen Organisationen oder sogar innerhalb der Schule selbst. Das reduziert unnötige Überproduktion und schafft eine nachhaltigere, praxisnahe Lernerfahrung, die den realen Bedingungen heutiger Branchen entspricht. Dieser Ansatz orientiert sich an internationalen Rahmenwerken wie der UNESCO-UNEVOC Greening VET Strategy, dem Pakt für Kompetenzen der Europäischen Kommission oder Cedefops VET for Sustainable Growth, die alle eine praxisnahe, industrieverbundene Ausbildung fördern.

Auch nationale Reformen, etwa das kompetenzbasierte Modell der Berufsbildung in Finnland, zeigen den Wert von realitätsnahen, nachfrageorientierten Lernformaten. Dieses Modell setzt auf die Handlungsautonomie der Lernenden, richtet Bildungsziele an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes aus und verankert Nachhaltigkeit als zentrale übergreifende Kompetenz. Wenn die Produktion auf tatsächliche Nachfrage ausgerichtet ist, entwickeln die Lernenden nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch Kompetenzen in Problemlösung, Anpassungsfähigkeit und nachhaltigem Handeln. So bleiben Ausbildungsprogramme flexibel gegenüber den Anforderungen des Arbeitsmarktes und der globalen Nachhaltigkeitsagenda und bereiten die Lernenden optimal auf die Herausforderungen des Berufslebens von morgen vor.

Und hier wird's schon gemacht

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  • Der finnische VET-Anbieter Omnia zeigt, wie Produktion auf Abruf aussehen kann: Studierende und Fachkräfte führen Kundenprojekte aus und bieten spezialisierte Dienstleistungen an:
    https://www.omnia.fi/haku/palvelut
  • Die Lernenden bei Omnia sammeln praktische Erfahrungen direkt auf den eigenen Baustellen von Omnia. Künftige Bauhandwerker:innen, Elektriker:innen, Gärtner:innen, Tischler:innen und Handwerker:innen werden in einer realen Lernumgebung zu qualifizierten Fachkräften ausgebildet – alle Arbeiten stehen unter professioneller Anleitung:
    https://www.omnia.fi/en/development-and-cooperation/hi-were-building

Wirkung

  • Lernende arbeiten an realen Projekten, die echte Menschen betreffen.
  • Lernende verstehen Arbeitsabläufe, Logistik, Kundenservice und Nachhaltigkeitsrestriktionen.
  • Lernende sind in Kontexte eingebunden, in denen Materialeinsatz, Energie, Zeit und Arbeit eine Rolle spielen.
  • Lernende beginnen, bedarfsorientierte Produktion zu schätzen, anstatt Vorratshaltung zu praktizieren.
  • Lernende erkennen, dass ihre Arbeit direkt zur Gesellschaft beiträgt, wodurch Bürgersinn gefördert wird.

Tipps für die Umsetzung

  • Von simulierten zu realen Projekten wechseln: Ermutigen Sie Lernende, an echten Projekten zu arbeiten, die auf tatsächliche Bedürfnisse reagieren.
  • Echte Kund:innen einbeziehen: So sammeln die Lernenden praktische Erfahrungen mit realen Anforderungen und Erwartungen.
  • Lehrkräfte ausstatten: Geben Sie ihnen Werkzeuge und Strategien an die Hand, um die Lücke zwischen Theorie im Klassenraum und Praxis am Arbeitsplatz zu überbrücken.
  • Kundenfeedback in die Bewertung einbeziehen: Nutzen Sie es als wertvolles Instrument, um die Leistungen der Lernenden zu messen und ihre Lernergebnisse zu verbessern.
  • Nachhaltigkeit praktisch umsetzen: Stellen Sie sicher, dass Lernende nachhaltige Praktiken nicht nur theoretisch lernen, sondern sie direkt in ihren Projekten anwenden.