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Eine Nachhaltigkeitsinitiative an einer berufsbildenden Einrichtung zu starten, ist das eine. Sie weiterzuführen, zu vertiefen und im Schulalltag zu verankern, ist etwas ganz anderes. Durch die Arbeit des Projekts GreenVET Pathway ist eine zentrale Erkenntnis deutlich geworden: Dauerhafte Veränderung entsteht weniger durch bloßen Ehrgeiz, sondern durch Motivation, die geteilt wird, praktisch ist und sichtbar wird.
Für viele der beteiligten Berufsbildungseinrichtungen begann die Motivation mit einer einfachen Erkenntnis: Nachhaltigkeit war bereits in kleinen, oft unbeachteten Formen vorhanden – durch engagierte Lehrkräfte, Initiativen von Lernenden oder schulische Abläufe. GreenVET half den Schulen, zu reflektieren und diese Aktivitäten als Teil eines größeren Gesamtbildes zu erkennen. Dieses Gefühl von „Wir tun bereits etwas“ erwies sich als ein kraftvoller Ausgangspunkt, der Selbstvertrauen aufbaute, statt Druck zu erzeugen.
Ein weiterer wichtiger Motivationsfaktor war die Einbindung der Lernenden. Wenn Auszubildende aktiv an Nachhaltigkeitsmaßnahmen teilnehmen – etwa durch Projekte, Umfragen, Awareness-Kampagnen oder bürgerschaftliches Engagement – wird der Effekt greifbar. Lehrkräfte berichteten, dass von Lernenden initiierte Aktivitäten neue Energie in die Schulen brachten und Nachhaltigkeit als etwas Relevantes und Konkretes erfahrbar machten, statt als abstraktes Konzept. Zu sehen, wie Lernende Verantwortung übernehmen, ermutigte Lehrkräfte und Schulleitungen, diese Aktivitäten zu unterstützen und auszubauen.
Ebenso wichtig war die Rolle der Schulleitung und des internen Austauschs. Schulen, die Raum für Gespräche schufen – über Abteilungen und Rollen hinweg – konnten leichter von einzelnen Maßnahmen zu abgestimmten Strategien übergehen. Instrumente wie Reflexionsfragebögen und moderierte Diskussionen halfen den Teams, ihr Verständnis von Nachhaltigkeit zu klären und sich auf realistische nächste Schritte zu verständigen. Die Motivation wuchs, als Nachhaltigkeit nicht mehr als „zusätzliche Arbeit“, sondern als gemeinsame Orientierung wahrgenommen wurde.
Auch der Austausch mit anderen Berufsbildungseinrichtungen erwies sich als wichtiger Motor. Durch die Community of Practice von GreenVET wurde deutlich, dass viele Schulen mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind, etwa begrenzter Zeit, Ressourcen oder Expertise. Von Kolleg:innen zu lernen, die bereits kleine, umsetzbare Maßnahmen ausprobiert hatten, machte Nachhaltigkeit greifbarer. Inspiration entstand dabei nicht durch perfekte Umsetzung, sondern durch ehrliche Berichte über Versuche, Rückschläge und Fortschritte.
Besonders nachhaltig wirkte Motivation dann, wenn Schulen konkrete Ergebnisse sehen konnten. Praktische Werkzeuge, anpassbare Materialien und reale Beispiele halfen dabei, Absichten in Handlungen zu überführen. Nachhaltigkeit wurde Teil der alltäglichen Routinen – verankert im Unterricht, im Schulbetrieb und in der Zusammenarbeit mit den lokalen Netzwerken.
Während sich das Projekt GreenVET Pathway seiner Abschlussphase nähert, ist dies ein guter Moment, um zurückzublicken: darauf, was unsere Community of Practice gemeinsam aufgebaut hat – und ebenso darauf, was weiterhin wächst. Das Projekt hat gezeigt, dass Nachhaltigkeit mehr als eine ambitionierte Zielsetzung wird, wenn Berufsbildungseinrichtungen sich vernetzen, reflektieren und gemeinsam handeln: Sie wird Teil des schulischen Alltags. Diese Reise ist noch lange nicht zu Ende. Auf unserer kommenden Abschlusskonferenz werden wir ein letztes Mal gemeinsam darauf schauen, wie die teilnehmenden Schulen Motivation in konkretes Handeln übersetzt und damit die Grundlage für langfristige Veränderungen geschaffen haben.
Bleiben Sie gespannt auf die Menschen, Praktiken und Ideen, die den GreenVET-Gedanken weitertragen werden.